Lebenswert - Das neue Album

„Beinahe sieben Jahre haben sich Gaby Rückert und Ingo Koster Zeit gelassen für ein neues Album.“ Was lange währt wird endlich gut, heißt es. Aber muss das automatisch zutreffen?

Mittlerweile habe ich die CD „Lebenswert-Zwischen Liebe und Schmerz“ seit einer Woche und in dieser Zeit bereits mehrmals gehört. Darauf Lieder wie zum Beispiel „Von aller Heimat“, mir von Live-Auftritten nur mit Gitarren-Begleitung bekannt, beim ersten Hören total ungewohnt. Nach dem Intro hätte ich diesen Titel nicht vermutet... Schade, dass Ingo hier nicht wie bei den Konzerten einen Teil der Strophen singt. Oder eben einfach nur ungewohnt...

Aber, Gaby und Ingo immer für eine Überraschung gut. Abwechslungsreich wie die Moderation bei den Konzerten, die Darbietungen auf dem neuen Album.

Hier wechseln sich melancholische und beschwingte Stücke ab. Das „Winterlied“ hat sich mir nur nach mehrmaligem Hören erschlossen, erstes Entsetzen später in Mitgefühl gewandelt. Eine Melodie, die mich an „Angel of mine“ von Frank Duval aus den 70er Jahren erinnert, und mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Bleibt zu wünschen, dass es keine weiteren Anlässe gibt, die zu so einem Text anregen. Letztendlich aber immer Geschichten aus dem Leben...

Meine Favoriten die Titel, die in sparsamer Instrumentalisierung wie bei den Live-Auftritten klingen, wie die neu aufgenommene „Rose“, „Hinter dem Theater“ und „Eines Tages wirst du gehn“. Für mich geht die Faszination der Lieder von den Stimmen von Gaby und Ingo aus, vom Leben gereift, von Texten die das Leben schreibt, nachvollziehbaren Ereignissen, selbst oder im Bekanntenkreis erlebt und auch von Gaby in ihren Texten in wunderbare Worte gefasst.

Für mich sind auf dieser CD Lieder, die aufrütteln, nachdenklich aber auch Mut machen und Hilfestellung geben, die keinen musikalischen Schnickschnack brauchen, Lieder und Texte die lebensnah sind wie Gaby und Ingo.

Nach 20 Titeln und einem ständigen Gefühls-auf-und-ab sehr gut gewählt, der letzte Titel mit dem positiven „Sei wieder glücklich“. Dass könnte, wie auch „Glaub an dich“ ein Lebensmotto sein.

Fazit: keine Musik zum hören, sondern Musik zum „zuhören“. Nicht nur einmal, sondern mehrmals. Alleine oder besser zu zweit... um sich zu trösten oder den Hinweisen folgend, zu versprechen, „am besten aber bleib ich an der Liebe dran“. So abwechslungsreich wie das Leben, so unterschiedlich sind die Interpretationen der Titel auf dem sehr gelungenen Album und während der Konzerte. Deshalb meine Empfehlung: unbedingt Album kaufen, unbedingt Konzerte besuchen.

Meine Empfehlung an Gaby und Ingo: Mit dem was Ihr zu sagen habt, Euren Zuhörern vermittelt, mit dem was Ihr könnt, solltet Ihr keine sieben Jahre bis zum nächsten Album warten!!!                                                                                                                                                                                                    

Reno Engel



© Gaby Rueckert 2017