Lebenswert - Zwischen Liebe und Schmerz 

Album Lebenswert


01 Einmal hin und zurück 📡

02 Von aller Heimat 📡

03 Besser wär’s 📡

04 Meine große Liebe 📡

05 Die Rose 📡

06 Nach Hause gekommen 📡

07 Endlich war'n wir groß 📡

08 Hinter dem Theater 📡

09 Winterlied 📡

10 Kerzenschein in der Seele 📡

11 Wenn du eine Katze siehst 📡

12 Lied für einen Freund (für Klausi) 📡

13 Glaub an Dich 📡

14 Die alte Schule 📡

15 Nur zwei Tage bis nach Hause 📡

16 Was bleibt 📡

17 Paradies 📡

18 Eines Tages wirst Du geh’n 📡

19 Ohne Dich 📡

20 Wir können uns behalten 📡

21 Sei wieder glücklich 📡


Bestellungen: cd-service@gabyrueckert.de


Lebenswert Zwischen Liebe und Schmerz

Beinahe sieben Jahre haben sich Gaby Rückert und Ingo Koster Zeit gelassen für ein neues Album. Sieben Jahre prallen Lebens, die ihnen die Ideen für neue Lieder zuhauf zuwarfen. Ausreichend Material für zwei, vielleicht sogar drei Alben. In den letzten Monaten haben sie geschaut, sich erinnert, ausgewählt, verworfen, ihren Liederstapel hin- und hersortiert. Und sich am Ende für 21 Balladen entschieden. „Lieder für die Menschen, nicht für die Charts“, sagt Ingo Koster. „Wir hatten unsere Hitparadenzeit.“ So sucht der Hörer auf dieser CD vergebens poppigen Schnickschnack, der ein, zwei, vielleicht drei Jahre Gültigkeit behält, aber doch eigentlich nur beliebig ist. Er findet ehrliche, erlebte Lieder. Voller Lebenskraft, aber auch mit Traurigkeit, Voller Liebe und Geborgenheit, aber auch mit Angst. „Lebenswert“. Mit Gefühlen und Geschichten, die ihnen vertraut sind, die sie den Weg „Zwischen Liebe und Schmerz“ gehen lassen.

Gäbe es die Verbindung Gaby Rückert & Ingo Koster nicht, man müßte sie erfinden. Die Thomas Natschinski-Schule hat beide geprägt, wenngleich zu verschiedener Zeit. Da klingt jedes Lied wie aus einem Guß, so sorgfältig, so den Interpreten auf die Seele geschrieben. Merkwürdigerweise gilt das völlig losgelöst von den Autoren – ob Ingo Koster (Musik) und Gaby Rückert (Text) oder stellvertretend Ulli Schwinge und Gisela Steineckert oder alle vier Autoren über Kreuz. Das paßt einfach immer! Welches Lied will man da hervorheben, welches dem Hörer besonders ans Herz geben?

„Einmal hin und zurück“ eröffnet das Album. Kann eine Ballade ein Ohrwurm sein? Diese – ja! Die von Ingo Koster komponierte Melodie ist wie für Gaby Rückerts Stimme gemacht, beinah wie einst bei „Berührung“; jenem Thomas Natschinski-Lied, das als Initialzündung für Gabys Selbstfindung als Sängerin gelten kann. „Einmal hin und zurück/ist die Freiheit, die uns treibt,/einmal dorthin zu geh’n/wo man nicht für immer bleibt“ ist Gabys selbstgedichtete Botschaft in diesem Lied. Noch ein Beispiel aus „Winterlied“: „Engel der Nacht, hörst du das Lied/es ist für dich, daß dir nichts geschieht/Engel der Nacht, draußen fällt leis/der erste Schnee färbt die Dunkelheit weiß“. „Mich wühlt es emotional einfach zu sehr auf, um es selbst auf der Bühne singen zu können“, gesteht Gaby.

Oder „Lied für einen Freund“: „Ich sing ein Lied für einen Freund/Ich werde da sein, wenn er weint./Zum Leben reicht oft nicht die Kraft/Der Alltag ist es, der uns schafft/Nimmt uns das Lachen, friert es ein...“. Ein Lied, das übrigens auch Ingo Koster singt. Als Mann findet er ein Maß an Sentiment, mit dem er das Lied abseits jeder Schwulst gestaltet.

Manches Lied erzählt auch Geschichten. Einfach wunderbar „Die alte Schule“ mit Gabys Versen. Entstanden nach einer Benefiz-Gala in Weimar 2004 zugunsten der ausgebrannten Amalia-Bibliothek. Viele Musiker sahen sich wieder, die einst in Weimar studierten. „Wir vermißten eine Sängerin, die uns damals so wichtig war, sich aber bereits vor vielen Jahren in die Stille zurückgezogen hat. Und so fand ich zu diesem Lied.“ Die Komposition steuerte Ulli Schwinge bei, der als Schlagersänger in den späten 80er Jahren bekannt wurde. Eine Bilderbuchballade! „Gisela Steineckert ist sehr beeindruckt von Ullis Ideen“, weiß Gaby. „Mehrere Lieder haben sie gemeinsam geschaffen für unser Album.“ Beispielsweise „Die Rose“. Es war das erste Lied dieses Teams für Gaby Rückert & Ingo Koster. Für dieses Album haben sie es noch einmal neu aufgenommen. „Das ursprüngliche Arrangement hätte so nicht auf das Album gepasst“, erklärt Ingo. „Und nun klingt es noch berührender, noch authentischer.“

Gisela Steineckert hat die meisten Liedtexte für das neue Album verfaßt, so für das Schlußlied: „Wir können uns behalten /wenn keins das andre läßt/mein Kind, ihr Schwestern, Freunde/halten wir uns fest.“ Kann man besser ein Album mit dem Titel „Lebenswert“ beenden? Übrigens enthält das Album auch Texte von Kurt Demmler und Hartmut König. Kurt Demmler war es, der Gabys Neubeginn als Sängerin nach der Wende mit seinen Texten begleitete. Da schlummert noch manches im Fach. Für dieses Album wählten Gaby und Ingo „Kerzenschein in der Seele“ aus. Eines der ältesten Lieder (2001), das aber den Verlust eines großartigen Poeten so deutlich macht. 

Auch ein alter Kämpe von Ingo Koster aus der Oktoberklub/Thomas Natschinski-Zeit findet sich ein – Hartmut König. Die beiden haben für Gaby „Eines Tages wirst du geh’n“ geschrieben. Und wieder fügt es sich „Zwischen Liebe und Schmerz“.

Liebe und Schmerz kennt der Mensch auch bei manchem Tier. „Wenn du eine Katze siehst“ (Ingo Koster/Gisela Steineckert) widmet sich dem besonderen Naturell der Vierpföter. Einfach genial, wie Gisela Steineckert eine Katzenstudie auf den letzten beiden Zeilen „biegt“, hin zum Menschen: „Wenn du eine Katze siehst/gewinne sie für dich/und liebe mich“.

Tja. Tun Sie es.

Gehört am 2. März 2010 

Michael-Peter Jachmann (2. März 2010)



© Gaby Rueckert 2017